Was ist Mitgefühl ?


Alle Menschen erleben Geburt, Alter, Krankheit und Tod. Insbesondere bei diesen Erlebnissen „er-leben“ Menschen Leid. Gibt irgend jemand, der nicht altert, nicht krank wird oder nicht stirbt? Gleichzeitig wollen alle Menschen glücklich sein und Leid vermeiden. Kennen Sie jemand, der nicht glücklich sein möchte? Obwohl alle Menschen glücklich sein wollen, sagen und tun sie manchmal Dinge, die sie und andere unglücklich machen. Absicht und Handeln stimmen dann nicht überein.

Geburt, Alter, Krankheit und Tod verursacht Leid. Diesen Lebensbedingungen können wir uns nicht entziehen. Daher müssen wir lernen, mit unserem Leid und dem Leid der Anderen so umzugehen, daß diesem „natürlichen“ Leid nicht noch zusätzliches Leid hinzugefügt wird durch negative Emotionen wie Wut, Hass, Eifersucht, Neid und Stolz. Obwohl diese Gefühle in uns allen manchmal hochkommen, können diese Gefühle mit Achtsamkeit einfach nur wahrgenommen werden. Hier ist die Stelle, wo wir Mitgefühl für uns selbst entwickeln können. Damit fängt es an. Wir entwickeln erst einmal Mitgefühl für unsere ungeliebten und unheilen Teile in uns, bevor wir uns darin üben, Mitgefühl auch für andere Menschen zu üben. Beim Üben des Mitgefühls trennen wir uns nicht vom Leid, sondern sind ganz nah bei dem, was ist.

Mitgefühl hat selbst das wildeste Tier. Wenn Sie sehen (z.B. in Tierfilmen), wie selbst das wildeste Tier sich liebevoll um ihre Jungen kümmert, erkennen Sie, daß Liebe und Mit-gefühl ganz natürlich ist jedem Wesen vorhanden ist. Diese Annahme, daß Liebe und Mitgefühl ganz natürlich in uns allen vorhanden ist, ist in allen Kulturen und Religionen vorhanden. Im Alltag merken wir manchmal nichts davon und haben keinen Zugang zu dieser natürlichen Ressource. Deshalb benötigen wir im Außen Ereignisse, die uns wieder mit unserer wahren Natur verbinden. Jede Naturkatastrophe, jeder schlimme Unfall, jeder Amoklauf, jedes furchtbare Ereignis dient dazu, uns wieder mit der Liebe und dem Mitgefühl zu verbinden und dies auch zu spüren.

Insbesondere im Umgang mit Menschen, die Geburt (Mütter und Kinder), Alter, Krankheit (oder Behinderung) und Tod (Sterbende) erleben, ist für alle Angehörigen, Begleiter, Betreuer und Pflegekräfte „Mitgefühl“ extrem hilfreich. Alle Angehörige, Begleiter, Betreuer und Pflegekräfte gehen „Beziehungen“ ein. Obwohl eine professionelle Distanz manchmal unabdingbar ist, ist jedoch die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl das beste Mittel, um die Arbeit und die Beziehung mit jungen, alten, kranken, behinderten oder sterbenden Menschen sinnvoll zu machen. Ansonsten ist es nur ein Job, die auch eine Maschine ohne Gefühle wie ein Roboter erledigen könnte

Unterschied „Mitgefühl“ zu „Mitleid“

Beim Mitleid bin ich getrennt von Leid des/der Anderen. Ich bedauere das Leid des/der Anderen und habe den Glauben, überhaupt nichts mit dem Leid des/der Anderen zu tun zu haben. Warum? Weil ich das Leid gar nicht spüren möchte. Ich habe Angst davor, das Leid des/der Anderen zu fühlen.

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John Doe

Mitgefühl entsteht dann, wenn ich mich nicht mehr trenne von anderen Menschen. Mir ist bewußt, daß ich nicht besser dran bin, nur weil ich momentan heil und gesund und der/die Anderen verletzt oder krank sind. Ich bin nah bei ihnen und deshalb spüre und fühle ich das Leid des/der Anderen. Und dann bin ich auch bereit, alles zu tun, was ich kann, um das Leid des/der Anderen zu lindern, oder wenn das nicht geht, trotzdem einfach nur da zu sein für sie oder ihn.

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