Was ist Meditation ?


Meditation ist eine Art, zu sein. Sein im gegenwärtigen Moment, mit Achtsamkeit, Gewahrsein und einer inneren Haltung von Weite und Offenheit für alles, was im gegenwärtigen Moment geschieht.

Meditation ist eine Möglichkeit, den eigenen Geist kennenzulernen. Normalerweise identifizieren wir uns mit unseren Gedanken und Emotionen, halten an Ihnen fest, als wären sie solide und real. Aber wo kommen Gedanken her? Wo sind sie, während sie gedacht werden? Und wo gehen sie hin, wenn sie gedacht worden sind? Sind die Gedanken von gestern und vorgestern noch vorhanden? Wenn ja, wo sind sie? Wenn nein, warum sind sie nicht mehr da? Diese Fragen kann man stellen und wird merken, daß alles vergänglich ist.

Meditation ist nichts anderes, als sich Zeit zu nehmen für sich selbst. Man setzt sich hin, und tut nichts. Man schaut statt nach außen nach innen. Nah sehen statt Fernsehen.

Meditation kann zunächst vollkommen frei von jeglicher religiöser oder spiritueller Welt-anschauung praktiziert werden. Deshalb kann es jeder Mensch, ob Jude, Moslem, Christ, Buddhist oder Atheist, üben und praktizieren. Letztendlich kommt die Erkenntnis über die Natur des Geistes von ganz alleine, wenn man es denn zulassen will. Buddhisten entdecken ihre Buddha-Natur; Christen entdecken Gott nicht außerhalb, sondern in sich selbst. Schon das Orakel von Delphi sagte:

„Erkenne Dich selbst (auf das Du Gott erkennst).“
Orakel von Delphi

Tägliche Inspiration

Es braucht zu Beginn immer wieder Übung und Praxis, weil unsere Gewohnheiten so stark sind, wir immer nur nach außen schauen und uns nicht gewahr sind, was eigentlich in unserem Inneren so alles geschieht.

Gedanken, Meinungen, Erfahrungen, innere Haltungen, Gewohnheiten prägen einen Großteil unseres Erlebens. Wir glauben, alles sei real, solide, wichtig und richtig. Aber jeder Mensch nimmt die Welt anders wahr. Wir können die Anderen nicht einfach lassen, sondern beharren auf die Richtigkeit unserer eigenen Wahrnehmung und streiten uns dann mit denen, die eine andere Wahrnehmung haben. Wir denken, und denken, und denken, und planen und denken, an die Vergangenheit, die längst vorbei ist, und an die Zukunft, die längst noch nicht da ist. In der Zwischenzeit verpassen wir, was in der Gegenwart geschieht, der einzigen Zeit, die temporär real ist. Aber auch diese gegenwärtigen Momente sind permanent vergänglich. Was haben Sie von 5 Minuten genau gedacht? War Sie nervös, aufgeregt, ärgerlich, wütend, freudig oder glücklich? Und wie ist es jetzt?

Achtsamkeit und Meditation

Meditation beginnt mit Achtsamkeit, Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment. Achtsamkeit kann sich nach außen und nach innen richten. Zu Beginn machen wir etwas, was wir normalerweise selten tun: Wir richten unsere Wahrnehmung nach innen, und nehmen das, was wahr ist. Wir verweilen bei der bloßen Wahrnehmung und nehmen das, was wahr ist, an, ohne Bewertung, ohne Verurteilung, ohne Vergleiche, ohne Kategorisierung wie gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm. Wir nehmen einfach nur das wahr, was es wahrzunehmen gibt. Das ist alles. Hört sich einfach an, ist aber für die meisten Menschen schwierig, weil es ungewöhnlich ist. Es ist entgegen der Gewohnheit, immer alles sofort beurteilen, verurteilen, bewerten, vergleichen oder kategorisieren zu müssen.

Die Wahrnehmung, die Gedanken, die Gefühle einfach zu lassen, ohne weiter daran festzuhalten, ist eine weitere Übung der Meditation. Dabei wird man bemerken, daß der Geist ständig abschweift, unruhig ist und sich ständig ablenken will. Tatsächlich sind wir ständig abgelenkt, insbesondere durch Handys, Emails, Internet, Medienkonsum, Musik, MP3-Player, etc. Die Außenwelt will uns glauben machen, das nur die Außenwelt wichtig und real ist. Wer aber bereits seit einigen Jahren Meditation übt, erkennt diese Illusion. Die Innenwelt ist ebenso groß wie das Universum. Das gute Herz kann sich so sehr öffnen, daß sich das Mitgefühl auf alle Wesen ausdehnt.

Traditionell wird davon gesprochen, daß der Geist wie ein wilder Affe ist, der von Baum zu Baum springt und nicht einfach ruhig da sitzen kann, ohne etwas zu tun. Tatsächlich tun wir immer etwas, denken immer irgend etwas. Aber wir haben kein Gewahrsein für den, der denkt, der etwas tut. Um dieser Gewohnheit Rechnung zu tragen, tun wir etwas in der Meditation, jedenfalls zu Beginn. Wir geben dem Geist eine Aufgabe. Er soll den Atem beobachten, ganz sanft und passiv. Einfach den Atem wahrnehmen, wie der Körper ganz von selbst (autonomes Nervensystem steuert Herzschlag, Atmung und Verdauung) ein- und ausatmet. Wenn wir abgelenkt sind, kehren wir immer wieder zum Atem zurück. Dies üben wir so lange, bis sich der Geist setzen kann und beruhigt hat. Wenn man den Geist nicht dauernd aufrührt, sondern einfach läßt, wird er ganz von allein seinen wahren Frieden finden. Diese Erkenntnis ist alt und in allen alten Kulturen vorhanden. Sie wurde in Zurückgezogenheit geübt und praktiziert. Heutzutage ist Rückzug nicht mehr so einfach. Deshalb brauchen wir Methoden, die den modernen Menschen in dieser hektischen und schnellebigen Zeit hilft, mit der Komplexität des Lebens klar zu kommen. Und dazu greifen wir auf eine einfache Methode zurück, die da heißt: Meditation.

Es gibt verschiedene Arten von Meditation. Meditation kann geübt werden mit offenen oder geschlossenen Augen. Die Handhaltung kann unterschiedlich sein. Die Hände werden einfach auf den Knien oder den Oberschenkeln abgelegt, mit den Handflächen nach unten. Der Rücken sollte gerade sein, auch wenn man auf einem Stuhl sitzt. Dann bringt man langsam den Geist nach Hause, läßt ihn sich setzen. Und wenn er unruhig ist und etwas tun will, gibt man ihm eine Aufgabe: den Atem wahrnehmen. Und so übt man, bis man die Methode des Atemwahrnehmens langsam auflöst und unabgelenkt im gegenwärtigen Moment verweilen kann. Und darum geht es: unabgelenkt, wach und klar alles bewußt wahrnehmen, ohne irgend etwas zu verändern oder zu manipulieren. Dann ist man OK. Ich bin OK. Du bist OK. Alles darf da sein. Und so verweilt man, achtsam und gewahr in einer offenen Weite, so weit wie der blaue Himmel im Sommer. Die Gedanken sind wie Wolken. Sie kommen irgendwo her; sie ziehen irgendwo hin. Und wir lassen sie einfach ziehen, während der blaue Himmel immer noch da ist. Wir schauen in uns hinein, so wie ein alter Mann den Kindern beim Spielen zusieht. Er weiß, das die ganze Aufregung der Kinder nur ein momentanes Spiel ist. Er schaut ihnen zu, wie einen Film und weiß genau, das nicht darin verwickelt ist. Er läßt die Kinder einfach spielen, entspannt sich und lächelt.

Zusammenfassung

Meditation können sie lernen. Auf der Seite www.mbsr-dischereit.de finden Sie meine Angebote für Kurse, Seminare, Fortbildungen und Workshops zum Thema „Achtsamkeit, Meditation und Mitgefühl“.

Senden Sie mir Ihre Anfrage und Sie erhalten ein Angebot

  • für Sie selbst
  • für Ihre Firma
  • für Ihre Organisation oder Ihren Verein

Ich bin gerne für Sie da.

Drucken 

Related Articles